bossing.at
Wer vom Chef gemobbt wird, hat nichts zu lachen.
Das Bossing (Mobbing von oben) ist deshalb schlimm,
weil der Betroffene meist keine Chance hat, der Zwickmühle zu entkommen.
Das Opfer steht bereits auf der Abschussliste.
Und gegen den eigenen Chef vorzugehen, ist alles andere als einfach.
Bossing ist eine psychische Aggression eines Chefs gegen eine Person im eigenen Betrieb.
In der Regel wird die schikanierte Person krank,
muss Gehaltskürzungen in Kauf nehmen und genau das machen,
was der Chef oder die Chefin letztlich will, nämlich kündigen!
Bossing ist eine besondere Form des Mobbings bei dem ebenfalls Psychoterror am
Arbeitsplatz ausgeübt wird.
Beim Bossing ist es der Vorgesetzte, der mobbt.
- das Opfer wird vor dem Team öffentlich lächerlich gemacht.
- der ungeliebten Person wird Arbeit gegeben, die nicht bewältigt werden kann.
- dem Team wird signalisiert, dass die Person zum Abschuss frei gegeben worden ist (“Den dürft ihr rausekeln!”).
- Der Chef entzieht der Person Privilegien (z.B. den direkten Zugang zu wichtigen Stellen), schikaniert, demütigt, unterstellt Fehler.
- drangsaliert, stichelt
- entzieht Informationen. (Wird aber weiter nach alten Instruktionen gearbeitet, so hat dies negative Folgen).
Die Betroffenen haben beim Bossing kaum eine Chance, den Konflikt aus eigener Kraft zu beenden. Bossing
- macht einsam
- kann rasch zu einer Depression führen
- wirkt sich – wie das Mobbing – auf die Gesundheit aus:
o Angsterkrankungen
o Bluthochdruck, Herzschmerzen, Magen und Darmerkrankungen Geschwüre, Muskelverkrampfungen.
Weshalb wird gebosst?
Es gibt verschiedene Gründe:
- Frustration
- Langeweile
- Druck
- Konkurrenzangst
- Missgunst
- Besitzstandswahrung
- Intoleranz
Beim Bossing muss man davon ausgehen, dass der Vorgesetzte ein Persönlichkeitsproblem hat.
Ob gar neurotische Störungen von Führungskräften die Quelle der Problem sind,
müsste einmal wissenschaftlich untersucht werden.
Es mangelt vielleicht auch an Selbstbewusstsein.
Die “bossenden” Chefs fühlten sich von starken Mitarbeitern bedroht.
Auch Unsicherheit des Chefs kann zu Bossing führen.
Wenn Bossing festgestellt wird, herrschte meist ein schlechtes Betriebsklima.
Die eigenen Interessen der Führunskräfte stehen im Vordergrund.
Im Betriebe sind die Machtstrukturen dann oft spitzenorientiert.
Es wird keine menschenoriente Führung praktiziert und es mangelt an Teamkommunikation.
Zahlreiche Bossing-Opfer sind kreativ und fleissig und werden ohne Selbstverschulden plötzlich zu Sündenböcken
und Blitzableitern für die Frustration des Chefs.
Wie kann man sich gegen Bossing wehren?
Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Chef die Beschwerden des Opfers gar nicht anhören muss.
Die Prävention ist deshalb besonders wichtig.
Wir dürfen uns nicht ins Schlachtfeld begeben.
Halten wir uns deshalb bewusst bedeckt.
Verbinden wir uns mit Kollegen.
Beschwerden direkt beim Vorgesetzten des Chefs oder beim Betriebsrat können auch weiter helfen.
Externe Hilfe ist ratsam.
- Schritt: Analyse Es gilt Fakten zu sammeln und externe Gesprächspartner zu suchen.
- Schritt: Dokumentieren Tagebuch führen. Fakten notieren. (Wer hat was, wann gesagt oder gemacht?) Belege, Zeugen sammeln. Diese Aufzeichnungen an einem sicheren Ort aufbewahren, sie helfen später dem Berater, Arzt, Mediator usw.
- Schritt. Sich absichern Eine Rechtsschutzversicherung abschliessen. Die Kosten für Gerichtsverfahren können enorm sein.
- Schritt: Handeln Sie haben das Recht, sich zu wehren vorausgesetzt, das Vieraugengespräch beim Chef war erfolglos. Es gibt verschiedene Wege, sich zu wehren. Zum Beispiel mittels einer Aussprache bei der vorgesetzten Stelle des Chefs.
Besonders bei Ehrverletzungen und Beleidigungen sind Zeugen unerlässlich. Vertrauenswürdige Kollegen können dabei moralisch unterstützen. Jeder Arbeitnehmer hat nach
- Obligationenrecht (Art. 328 OR)
- Arbeitsrecht (Art. 6 ARG)
das Recht sich zu beschweren: Der Chef hat zwar ein Weisungsrecht, aber auch eine Fürsorgepflicht.
In einer schlimmen Situation gilt es zu bedenken:Wo kein Kläger ist, ist kein Richter.
Woran schlechte Chefs erkannt werden können
- Schiebt Entscheidungen auf die lange Bank.
- Redet schlecht über Leute auf Betriebsfeiern.
- Stellt Mitarbeiter vor versammelter Mannschaft bloss.
- Hätschelt alte Seilschaften, mit denen er Leichen im Keller hat.
- Bunkert sich im Chefzimmer ein.
- Umgibt sich mit devoten Figuren, die nicht gefährlich werden können.
- Verunsichert die Belegschaft mit dunklen Andeutungen.
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4 Kommentare zu “bossing.at”
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Bossing
Drangsalieren Chefs oder Vorgesetzte ihre Mitarbeiter, sprechen die Forscher von “Bossing” – eine sehr deutsche Mobbing-Variante, Folge der strengen Hierarchien in den Unternehmen.
Die Ursache ist, dass Vorgesetzte oft Persönlichkeitsprobleme haben. Nach einer Studie sollen 70 Prozent der deutschen Führungskräfte neurotisch gestört sein. “Sie schikanieren ihre Untergebenen aus Mangel an Selbstbewusstsein. Sie fühlen sich von starken Mitarbeitern bedroht.” Bossing-Opfer sind in der Regel keine Drückeberger oder Faulpelze, sie sind fleißig und kreativ. Führungskräfte und Kollegen fühlen sich dadurch bedroht. Auch Umstrukturierungen und ein mieses Betriebsklima führt zum Bossing. Die Opfer sind quasi die ausgewählten Sündenböcke und Blitzableiter für den Frust von Chefs und Kollegen. Nachfragen zu Arbeitsabläufen können ebenfalls zum Bossing führen.
Leider ist es auch der Öffentliche Dienst mit seiner hierarischen Struktur, der es den Tätern immer wieder leicht macht, neue Opfer zu terrorisieren, da dort die Beschaffung von Gründen aus Sicht der Dienststellenleitung rechtlich abgesichert scheint. Arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen MitarbeiterInnen werden gerne in Anspruch genommen, damit wird dann bezweckt, die nervliche und damit gesundheitliche Zermürbung des Opfers als Zweckerreichung einer Kündigung des Opfers (Druckkündigung) zu erreichen. Hinzu kommen dann auch noch Anweisungen, Schikanen, Unterstellungen und Demütigungen auf Zersetzung der Persönlichkeit des Opfers. Laut Thüringer Urteil verletzt dieser Psychoterror nicht nur die Menschenwürde, sondern berührt auch die Grenze zur strafbaren Körperverletzung.
Die Quälerei am Arbeitsplatz ist kein Randphänomen der Gesellschaft: Der Deutsche Gewerkschaftsbund geht von 1,5 Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Gemobbt wird von Kollegen, von Untergebenen, von einer Gruppe oder von Einzelnen. Ist der Vorgesetzte selbst der Drangsalierer, spricht man von Bossing. Nach einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dem „Mobbing-Report”, gehen über 50 Prozent der Fälle entweder allein von Vorgesetzten aus oder werden von ihnen mitgetragen. Hier ist es für Betroffene besonders schwierig, sich zur Wehr zu setzen. „Häufig werden dem Opfer zu Unrecht schlechte Leistung attestiert, er gerät in die Defensive und muß im Personalgespräch oder vor Gericht das Gegenteil be-weisen”, beschreibt der Münchener Rechtsanwalt Thomas Etzel, der seit Jahren Mobbing-Opfer vor Gericht vertritt, die oft ausweglose Lage der Betroffenen. Und die Reaktionen des Opfers auf die Quälerei scheinen die Sichtweise des Aggressors im nachhinein zu bestätigen: Der ständig Kritisierte wird immer verunsicherter, macht häufiger Fehler, traut sich nichts mehr zu, wird zum psychischen Wrack.
Mobbing und Bossing sind letztendlich nur Begriffe für konflikthafte Konstellationen zwischen Mitarbeitern und/oder Vorgesetzten, die auf eine Schädigung oder gar Vernichtung der beruflichen Existenz der Betroffenen hinauslaufen. Die entsprechenden Konfliktsymptome treten in besonderer Stärke auf.
Immer wieder taucht in letzter Zeit der Begriff Bossing auf. Bossing ist eine besondere Form des Mobbings, bei dem ebenfalls Psychoterror am Arbeitsplatz ausgeübt wird. Beim Bossing ist es der Vorgesetzte, der mobbt. Meist in der Weise, dass
* das Opfer vom Vorgesetzten vor den Arbeitskollegen öffentlich lächerlich gemacht wird,
* dem betroffenen, ungeliebten Mitarbeiter Arbeit gegeben wird, die nicht bewältigt werden kann,
* den Arbeitskollegen vom Vorgesetzten signalisiert wird, dass das Mobbing-Opfer zum Abschuss frei gegeben worden ist,
* der Vorgesetzte dem Mobbing-Opfer Privilegien entzieht, beispielsweise den direkten Zugang zu wichtigen Stellen, es schikaniert, demütigt oder ihm Fehler unterstellt,
* der Vorgesetzte den Mitarbeiter drangsaliert oder stichelt, ihm wichtige Informationen vorenthält.
Beispiel für Bossing: „Den dürft ihr rausekeln!“
Am Rande des diesjährigen Betriebsfestes zieht sich der Abteilungsleiter Rolf N. mit einigen seiner Mitarbeiter in eine stille Ecke zurück. Im vertrauten Kreis erklärt Rolf N., dass er es begrüßen würde, wenn der vor Kurzem in die Abteilung versetzte Dieter L. schnell wieder gehen würde. Rolf N. betont dabei ausdrücklich, dass er sich über den Weggang freuen würde und auf die Unterstützung der Kollegen setzt.
In diesem Fall liegt ein klarer Bossing-Fall vor. Die Mobbing-Aktivität geht hier vom Vorgesetzten aus und wird von ihm angestiftet.
Empfehlung des PraxishandbuchsArbeitgeberrechte Betriebsrat: Sobald Sie als Arbeitgeber hiervon erfahren, müssen Sie selbst aktiv werden und diese Aktivitäten stoppen. Insbesondere ist das Bossing-Opfer zu schützen und der Vorgesetzte arbeitsrechtlich zu sanktionieren.
Durch Mobbing oder Bossing werden das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit Ihres Arbeitnehmers verletzt (Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm 18. Kammer, Urteil vom 25.6.2002, Aktenzeichen: 18 (11) Sa 1295/01; in: AP Nr. 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 611 Mobbing).