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Schloss Ardeck

ehemaliges kurmainzisches Amts- und Wasserschloß, erstmals 1112 als „Moseburg“ erwähnt. Im Mittelalter „residierte“ ein „Amtmann“, der ab 1417 auch zeitweise das Amt des „Landschreibers“ in Personalunion ausübte. Ab dem 16. Jahrhundert Sitz eines Amtskellers. Zeitweise Aufenthaltsort Mainzer Erzbischöfe. Der Ausbau zum „Schloss“ erfolgte nach und nach, besonders im 15. Jahrhundert gefördert von Kurfürst-Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach, der sich mehrfach im Schloss aufhielt und dort urkundet. Die wehrhaften Teile wur-den 1803 abgebrochen. Heute im Besitz der Stadt Gau-Algesheim.

Mit Unterstützung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz nach unterschiedlicher Nutzung zum „Bürgerschloss“ umgebaut, beherbergt es ab 2002 im Erdgeschoss das „Rheinhessische Fahrradmuseum“, im Obergeschoss einen Festsaal sowie im Dachgeschoss Räumlichkeiten für die Vereine der Stadt und in einem Anbau neueren Datums den städtischen Kindergarten.

Die Anmietung von Räumlichkeiten im Schloss Ardeck für private Familienfeiern, Weinproben, Seminare, Ausstellungen u.a. ist möglich.

Graulturm

spätgotischer Wehrturm der ehemaligen Stadtbefestigung im Osten der Stadt, erbaut nach 1332, dem Jahr der ersten Stadterhebung durch Kaiser Ludwig „der Bayer.“ Im Innern Ausstellung von Wappen des mittelalterlichen Ortsadels sowie frühgeschichtliche und römische Funde aus Gau-Algesheim. Besichtigung nach Absprache mit der Stadtinformation oder der Carl-Brilmayer-Gesellschaft möglich.

Ausgangspunkt für den geoökologischen Lehrpfad über den „Gau-Algesheimer Kopf“ auf dem „Westerberg“.

Historisches Rathaus am Marktplatz

barock, im Kern spätgotischer Bau. Im Erdgeschoss ursprünglich offene Markt- und Ge-richtshalle. An der Marktfront und an der Eingangsseite Inschriftentafeln mit dem Stadtwap-pen in Form eines Chronostichon mit Hinweis auf die Zerstörung durch die Schweden im 30jährigen Krieg und den Wiederaufbau 1726. Ebenfalls nach der Marktseite am Oberge-schoss Allegorien der „Justitia“ (Gerechtigkeit) und der „Prudentia“ (Klugheit). Im Innern über dem Treppenaufgang Chronogramm auf den Förderer des Wiederaufbaus von Rathaus und Stadt nach der Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1690), den Mainzer Kurfürst-Erzbischof Lothar Franz von Schönborn.

Ebenfalls an der Marktseite Wappenstein mit der Jahreszahl 1480 und dem mit einer Doppelaxt verbundenen, übereinander stehenden zweifa-chen Mainzer Rad, das ab 1480 erstmals als Stadtwappen in Erscheinung tritt. Dachreiter mit barockem Turmkreuz von 1740 und Madonna im Strahlenkranz. Auf dem Marktplatz Markt-brunnen in Form eines römischen Diatretglases, geschaffen aus Marmor aus der Nähe der italienischen Partnerstadt Caprino Veronese, mit Bronzefries von Weinlaub und Trauben von dem Speyrer Künstler Franz W. Müller-Steinfurth, nach einer Anregung und Idee des leider allzu früh verstorbenen Gau-Algesheimer Konditormeisters Wilhelm „Klötzchen“ Jouaux.

Katholische Pfarrkirche St. Cosmas und Damian

ursprünglich St. Martin, seit 1677 St. Cosmas und Damian. Dreischiffige Hallenkirche in go-tischen Formen, erbaut 1887-89 unter Pfarrer Peter Koser von den Gebrüdern Gerharz aus Arzberg im Westerwald nach Plänen des Limburger Dombaumeisters und späteren Freiburger Erzbischöflichen Baudirektors Max Meckel unter Einbeziehung älterer Bauteile der Vorgän-gerkirchen: Steinernes Turmgeschoß, errichtet vor 1000 als Fluchtturm mit meterdicken Mauern, spätgotischer Marienchor von 1406 mit Steinmetzzeichen des Johann von Diepach und tunnelartigem Durchgang (vermutlich christliche Übernahme aus dem Mithraskult vgl. rom. Basilika St. Lambertus, Bechtheim/Rhh.). Turmhöhe 63 Meter. Darin vier Glocken von 1889 und 1950.

Im Dachreiter hängt eine Denkmalsglocke von 1888 von Meister Georg Pfeifer, Kaiserslautern. Im Innern reiche Ausstattung aus verschiedenen Jahrhunderten, besonders aus der Zeit der Erbauung. Hochaltar mit Chorgestühl und Seitenaltäre aus der Werkstatt des be-deutenden Nürnberger Bildschnitzers Jakob Rotermundt, im „alten Chor“ Marienaltar von Jakob Busch, Großsteinheim mit frühbarockem „Gau-Algesheimer Gnadenbild“ der Muttergottes. Kirchenbänke mit handgeschnitzten Wangen des Gau-Algesheimer Schreinermeisters Philipp Hassemer I. Orgel, erbaut 1967 von den Gebrüdern Oberlinger, Windesheim unter Verwendung historischer Pfeifen aus Vorgängerorgeln von Bernhard und Hermann Dreymann (1851/52) sowie Balthasar Schlimbach u. Sohn (1896). Fenster in drei Zyklen von Joseph Machhausen, Koblenz (1889: Chorhäupter und Rosette) und Bernhard Kraus, Mainz (Marienchor: 1905, Kirchenschiff: 1920).

Historische Grabmäler innen und außen aus ver-schiedenen Jahrhunderten. In einer Kapellennische unter dem Marienchor an der Schlossgasse barocke Pietà aus der Werkstatt des Burkart Zamels in Mainz, um 1750.
(Weitere Hinweise zur Geschichte von kath. Pfarrkirche und Pfarrei unter:
www.kirchbauverein.kath-kirche- gau-algesheim.com/kirche/chronik.htm)

Christus als Weltenrichter in der „Mandorla“

unweit des Rathauses in einer Mauer an der Kloppgasse eingelassener, frühgotischer Schlussstein mit dem Bildnis „Christus als Weltenrichter“ auf dem Regenbogen thronend, nach der Geheimen Offenbarung des Johannes. Aus seinen Mundwinkeln geht die Lilie den Gerechten zugewandt, und das Schwert, den Verdammten zugedacht, hervor.
Der Schlussstein stammt aus der im 19. Jahrhundert abgebrochenen Hospitalkapelle St. Margarethen an der Ecke Hospitalstraße/Kloppgasse.

Stattliche Barockhöfe

an der Schlossgasse bei der kath, Pfarrkirche Pfarrhaus, erbaut 1719 unter Kurfürst-Erzbischof Lothar Franz von Schönborn (Chronogramm über dem Torbogen und im Haus selbst über der Haustüre). Außen über dem Hauseingang ein mit Emaille- und Bleiglasur ü-berzogenes Tonrelief der Muttergottes im Stil des Lucca della Robbia, Florenz.
Gegenüber in der Neugasse „Kronenberger Hof“ mit prächtigem Hoftor von 1720. Von 1871-1894 Domizil einer höheren Kath. Lehranstalt.

In der Langgasse stattlicher Hof „Zur Krone“ mit Kastenerker über der Haustür, diese mit barockem Türblatt und schmiedeeisernem Türklopfer.
In der angrenzenden Salzgasse drei handgezimmerte, barocke Fenstergerwände der ehemals französischen Marie aus der Zeit als Gau-Algesheim mit dem linken Rheinufer zu Frankreich gehörte.

Unweit davon ebenfalls in der Langgasse stattliches Barockanwesen „Haus Eckes“, mit Wappen des sächsischem Königshauses, verliehen aus Anlass der Ernennung des früheren Besitzers und Weinhändlers zum königlich-sächsichen Hoflieferanten. An der Rücksete Renaissancegewände eines Portals in Zweitverwendung.

In einer Seitengasse, der „Querbein“ die ehemalige jüdische Synagoge, umgebaut 1873-75 anstelle eines 1790 und 1835 erwähnten Gebäudes. Eine jüdische Gemeinde existierte in Gau-Algesheim mit Unterbrechungen seit dem Mittelalter bis in die Zeit der nationalsozialisti-schen Tyrannei. 1938 verließen die letzten beiden Mitbürgerinnen mosaischen Glaubens zwangsweise Gau-Algesheim und wurden wahrscheinlich nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden. Das Gebäude ist leider nicht einsehbar.
Am Marktplatz zwischen Rathaus und Kirche barockes Wohnhaus mit Mansarddach.
In der Altstadt weitere stattliche barocke Wohngebäude und Höfe in „frankischer“ Bauweise mit imposanten Torbogen aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1690.

Standbild des hl. Johannes von Nepomuk

an der Einmündung der Ingelheimer Straße in die Bahnhofstraße. Das Denkmal des Prager Domherrn stand früher auf der Brücke über den Welzbach. Errichtet 1742 nach einem schweren Unwetter mit verheerenden Überschwemmungen.

Parkanlage an der Schulstraße

ehemaliger Friedhof, 1829 angelegt, seit 1883 aufgelassen, 1955 als Parkanlage umgestaltet, mit einer eindrucksvollen Gedenkstätte, ursprünglich Kriegerehrenmal in Form eines Oktogons errichtet aus einheimischem Bruchstein, seit 1960 mit einer Dornenkrone in der Mitte und der Widmung auf Bronzetafeln an einer Seitenwand für die Opfer von Gewalt und Ver-folgung. Im hinteren Bereich imposante Grabmäler des 19. Jahrhunderts mit reicher Symbolik.

Evangelische Gustav-Adolf-Kirche

an der Schulstraße, erbaut nach Plänen des Geheimen Baurats Schwalbe, Darmstadt mit Ju-gendstilelementen von den Gebrüdern Gerharz, in Dienst gestellt 1927.

Heiligenhäuschen an der Appenheimer Straße, im Volksmund „Heljerhaisje“

erbaut nach 1707 am Beginn des uralten Wallfahrtsweges von Gau-Algesheim zum Laurenziberg. Im Giebel eingelassen die „Jakobsmuschel“ als Zeichen des früheren Pilgerweges, dar-über Madonna mit dem Kind. Im Innern „Fußfall“ mit einer Darstellung des Einzugs Jesu in Jerusalem. Eine weitere „Jakobspilgermuschel“ ist im Schlussstein über dem heute zugemauerten Portal an der Nordseite der St. Laurenzikirche angebracht.

St. Laurenzikirche

barocke Wallfahrtskirche auf dem Laurenziberg, erbaut 1707 bis 1717 auf den Grundmauern einer iro-schottischen Zentralkirche aus dem späten 6. oder frühen 7. Jahrhundert. Grundstein neben dem Südportal. Ur- und Mutterkirche der um den Laurenziberg liegenden Orte. Heuti-ges Aussehen nach umfassendem Umbau und Renovierung 1905/1906 durch Architekt August Greifzu, Mainz. Hochaltar, 1656, gestiftet von dem Mainzer Domherrn und späteren Kurfürst, Erzbischof Karl Heinrich von Metternich für die Grablege seiner Familie in der Lambertikapelle im Mainzer Dom.

Das Wappen der Familie Metternich-Beilstein-Winneburg im oberen Segment des Altares. Der Hochaltar kam 1807 in die Laurenzikirche. Die Figur des hl. Laurentius ist eine Stiftung von Bischof Wilhelm Emanuel Freiherr von Ketteler (1867). Die Seitenaltäre stammen aus der Mainzer St. Christophskirche und sind seit 1868 in der Laurenzikirche. Die Fenster mit Darstellungen aus der Vita des hl. Laurentius stammen aus der Mannheimer Glaskunstwerkstatt Kriebitzsch und Voege. Große Beachtung findet die 1986 von Pfarrer Dr. Ludwig Hellriegel eingerichtete Gedenkstätte der Mainzer Märtyrer aus der Zeit der Nationalsozialistischen Terrorherrschaft im hinteren Teil der Kirche und auf der Empore.

Eingeordnet unter Stadt

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Ein Kommentar zu “alagast.info”

  1. GAU-ALGESHEIM

    Gau-Algesheim feiert “Aljesemer Kerb” und “Alagast-Markt”/Mundart-Abend im Kronenhof

    Die Stadt feiert ihre Kerb wieder mit einem reichhaltigen Angebot an lukullischen und unterhaltsamen wie kulturellen Angeboten. Die Erinnerung an die Kirchweihe beginnt mit dem 8. Aljesemer Mundart-Abend am heutigen Donnerstag, 14. August, 19.30Uhr, im Kronenhof unter dem Motto “Gau-Algesheim un Kinnerreim”. Mit im Programm dabei sind die Gulaschsänger des CVGA, Mundartinterpreten wie auch der Mundartnachwuchs. Am Freitag (Mariä Himmelfahrt) findet ab 19Uhr auf dem Laurenziberg während einer Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche die Kräuterweihe statt.

    Der Samstag gehört zunächst dem Kerbejahrgang, der mit der katholischen Kirchenmusik ab 12.30Uhr den Kerbemeed die Aufwartung macht. Die Übergabe der Kerb an den Jahrgang 1988/89 schließt sich an. Zum Einkauf lädt der Einzelhandel am Sonntagnachmittag ein.

    An Unterhaltung bietet die Kerb am Freitag ab 20Uhr Disco mit “DJ Nightlife” Simon Brück (Zelt auf Festplatz); Samstag, 20 Uhr, Auftritt der Band “Gamblin´ Wheels” (Zelt), 20 Uhr “Saitenwind” (Marktplatz); Sonntag, ab 11Uhr Frühschoppen, Alagast-Markt auf dem Marktplatz, ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen im Zelt; ab 14.30Uhr Programm mit der Minigarde des CVGA, Zauberer, Little Jeue und Jeue Selection (beide TV Eintracht) und Kerbetombola, ab 20 Uhr Auftritt der Band “Rock Attax” (Zelt). Montag, ab 20Uhr: Spaßkneipe mit “DJ Nightlife” (Zelt). Am Montag gibt es in den Gaststätten und im Zelt “Lewwerklöß mit Sauerkraut”.

    Zur Geschichte Gau-Algesheims bietet die Carl-Brilmayer-Gesellschaft amSonntag von 15 bis 17Uhr in der Rathaus-Scheune eine Übersicht über die Besiedlungsgeschichte seit 7000 Jahren. Am Sonntag wird von 15 bis 17 Uhr auch das Stadtmuseum im Graulturm geöffnet sein. Gezeigt werden steinzeitliche Mahlwerkzeuge. Außerdem können die Wappen der Adelsgeschlechter studiert werden. Geboten werden auch Ausstellungen im Rathaus auf dem Marktplatz und der Rathausscheune der Volkshochschule zu den Themen “Hereinspaziert in den Sinnesgarten”und Drechslerarbeiten. Öffnungszeiten am Samstag von 16 bis 20, am Sonntag von 11 bis

    20 Uhr. Am Sonntag beginnt darüber hinaus um 15Uhr eine Zweikirchenführung durch die katholische und evangelische Kirche. (Kosten: 2 Euro pro Person), eine Nachtwächterführung beginnt um 20.30Uhr, Kosten: 2,50 Euro. Jeweiliger Treffpunkt: Tourist-Info in der Rathausscheune. Ameldungen erbeten über die Tourist-Info, Telefon (06725) 992143, oder per E-Mail unter touristik@gau-algesheim.de.

    Am Sonntag beginnt um 11.30Uhr der Alagast-Lauf, veranstaltet von der Leichtathletikabteilung der Sportvereinigung 1910. Gelaufen werden sechs Kilometer, Bambinis und Schüler laufen 800 Meter. Start und Ziel ist hinter dem Schloss Ardeck (Höhe Restaurant).

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